Geld. Spannende Arbeit. Entwicklungsmöglichkeiten. Gute Arbeitszeiten und ein Standort, der die Freizeit nicht durch Pendeln auffrisst. Die Bedürfnisse der Stellensuchenden sind weder unverschämt noch neu. Und doch sind sie in der Stellensuche offenbar noch immer eine Blackbox.

Der Personaldienstleister Manpower hat weltweit 14’000 Stellensuchenden mal wieder auf den Zahn gefühlt und sie nach ihren Präferenzen bei der Jobsuche gefragt. Das Resultat erstaunt kaum, die Bedürfnisse sind seit Jahren hinlänglich bekannt und einmal mehr bestätigt:


 

Man weiss also längst, was den Zielgruppen wichtig ist. Somit liegt auch auf dem Tisch, mit welchen Themen Arbeitgeber punkten können – oder besser gesagt könnten.  Denn der Informationsgehalt in der Personalwerbung vieler Arbeitgeber scheint gerade in Deutschland speziell dürftig zu sein, wie die Manpower-Befragung zeigt. Dabei wäre es doch so einfach. Lassen Sie mich zwei Hidden Champions der Arbeitgeberattraktivitätsmagnete herauspicken:

Der Standort

Pendeln ist ein hässlicher Lebensarbeitszeitkiller und macht krank. Kein Wunder, haben in Zeiten von faktischer Vollbeschäftigung Arbeitnehmende wenig Lust, sich ohne Not diesem Stressor auszusetzen. Ein zentraler, verkehrsgünstiger Standort ist ein Attraktivitätsfaktor. Und weil viele Konkurrenten diesen verschlafen, lässt es sich damit wunderbar differenzieren. Also:

  • Wir sind mitten in der Innenstadt von Pforzheim
  • Ihr neues Büro liegt genau 4 Minuten von der Autobahnausfahrt
  • Drei Fussminuten vom Bahnhof Essen warten tolle Büros auf Sie
  • Von der U-Bahnhaltestelle Messe sind es gerade einmal 245 Schritte bis zu uns.
  • Oder wie auf der Karriere-Webseite von siroop:

 

Die Vergütung

Tja, die Vergütung ist ganz offensichtlich die Problemzone des Personalmarketings. In keinem anderen Bereich klaffen zwischen Wunsch und Wirklichkeit so grosse schwarze Löcher. Wenn man sich wie ich für etwas mehr Gelassenheit und Transparenz bei diesem Thema engagiert, schwappt einem eine Monsterwelle an kreativen Begründungen entgegen, weshalb das angeblich nicht möglich ist.  Ich befürchte fast, die Lage ist hoffnungslos. Immerhin würde ich erwarten, dass wenigstens öffentlich-rechtliche Arbeitgeber in diesem Bereich mit guten Beispiel vorangehen und Lohntransparenz in der Personalwerbung schaffen würden. Es geht nicht nur darum, die berechtigten Bedürfnisse der Zielgruppen wahrzunehmen. Ich verstehe Lohntransparenz in der Personalauswahl auch als probates Mittel, um die Lohndiskriminierung zu bekämpfen. Dass sich gerade die öffentliche Hand dieses Verhüterli nicht anziehen will, ist unverständlich. Offenbar laviert man lieber an Veranstaltungen herum und stellt Forderungen an die Wirtschaft. Ärgerlich.

Mein Tipp: Schauen Sie sich auf Ihrer Webseite um, auf den Stelleninseraten sowieso. Wie gut informieren Sie über die entsprechenden Informationsbedürfnisse Ihrer Zielgruppen? Punkten Sie doch einfach mit konkreten Informationen. Ist doch gar nicht so schwer, wie dieses Beispiel zeigt:

 

 

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