Seit wenigen Tagen ist die 2. Auflage von «Einstellungssache: Personalgewinnung mit Frechmut und Können» im hochwertigen Hardcover im Handel. Wir haben eine Heidenfreude daran. Nicht zuletzt wegen sechs zusätzlichen, spannenden Gastbeiträgen. Teil der illustren Runde: Stephan Rathgeber, Director Marketing, Communications & Digital der ManpowerGroup Deutschland mit seinem Beitrag: «Millennials in der Arbeitswelt: neue Generation, neue Spielregeln?»

Selbst Teil der viel diskutierten, ständig analysierten Generation Y kann ich es ja eigentlich nicht mehr hören. Da sitzen wichtige Menschen meiner Vor- oder gar Vorvorgänger-Generation und behaupten, genau zu wissen, wie ich denn so ticke. Und doch ertappe ich  mich immer wieder dabei, wie ich mich in diesen Ausführungen durchaus wiedererkenne. Entsprechend spannend finde ich auch, was Stephan Rathgeber dazu geschrieben hat. Natürlich wollte ich es aber nochmals ein bisschen genauer wissen und habe bei Stephan entlang der fünf Frechmut Essenzen «Frech», «Mut», «Ego», «Leidenschaft» und «Tun» nachgefragt.

Katharina: Ganz schön frech, eine ganze Generation über einen Kamm zu scheren. Oder?

Stephan: Viele tun das – wir immerhin mit einer starken Datenbasis im Rücken. 19.000 befragte Millennials weltweit können nicht so verkehrt liegen, aber natürlich auch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben. Was wir aufzeigen, ist nicht die gesamte Bandbreite, sondern eine starke Tendenz innerhalb dieser Generation.

Katharina: Tun sie nur so oder sind Millennials wirklich mutiger?

Stephan: Ja und nein. Unsere Studie zeigt, dass Millennials länger arbeiten und später in Rente gehen. Sie sehen, was von ihnen verlangt wird und trauen sich dafür, für ihre Wünsche und Ansprüche auf dem Arbeitsmarkt einzustehen. Sei es zeitnahes Feedback, proaktives Mitgestalten Ihrer Aufgabenbereiche oder flexiblere Arbeitsweisen. Gleichzeitig darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sie heute mehr Möglichkeiten dazu haben als die Generationen vor ihnen. Flexibles Arbeiten und Home Office zum Beispiel wären noch vor 15 Jahren gar nicht in dem Umfang möglich gewesen wie heute. Dementsprechend sehen wir gleiche Forderungen zunehmend auch von älteren Generationen.

Katharina: Leidenschaft scheint bei den Millennials eine wichtige Grundlage für die Wahl einer Stelle zu sein. Leidenschaft kann aber auch genauso schnell ablöschen wie sie aufgeflammt ist. Wie verhindert man das?

Stephan: Heute ist Arbeit nicht mehr nur Mittel um den Lebensunterhalt zu verdienen, sondern eine Möglichkeit der Selbstverwirklichung. Natürlich spielt Leidenschaft da eine Rolle. Millennials sind nicht bereit, sich jeden Tag 8 Stunden mit etwas zu beschäftigen, das ihnen keine Erfüllung bereitet oder Sinn ergibt. Somit ist das Thema kontinuierliche Weiterbildung für Millennials sehr wichtig. Unternehmen sollten darauf achten, dieser Generation neue Möglichkeiten zum Lernen und gezielte Förderung zu bieten.

Katharina: Man könnte behaupten, die Millennials ticken ziemlich egoistisch. Was bringt einem das als Arbeitgeber?

Stephan: Ja, man könnte Millennials als egoistisch beschreiben … oder als pragmatische Idealisten. Sie möchten Sinn schaffen durch ihre Arbeit und hinterfragen deswegen oft den Status Quo – nicht nur den ihrer Arbeit, sondern auch den ihrer Vorgesetzten und Kollegen. Und das hat viele Vorteile für Unternehmen. Sie bekommen Mitarbeiter, die alte Denkmuster durchbrechen, wenn man sie lässt. Dass Millennials deswegen aber keine Einzelkämpfer sind, zeigt unserer Studie «Millennials im Karrieremarathon». Die Zusammenarbeit mit tollen Kollegen ist für sie ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Auswahl des Arbeitgebers.

«Frechmut ist für mich, Neues und Altes mit Mut, einem Augenzwinkern und einem kleinen Schlag Tollkühnheit einfach mal zu machen.» Stephan Rathgeber.

Bonusfrage: Wann hast du Stephan denn das letzte Mal etwas «einfach mal gemacht»?

Stephan: Ich habe mich im November auf die TEDx Bühne getraut. Das war tollkühn – und kam auch gut an.
(Anmerkung der Redaktion: Hier geht’s zum Video von Stephan Rathgebers Auftritt)

Achtung Werbung: Die zweite Auflage von «Einstellungssache: Personalgewinnung mit Frechmut und Können» können Sie hier bestellen (nicht in der Schweiz wohnhafte hier). Und «zum gluschtig machen» habe ich nachfolgend noch eine Kurzzusammenfassung von Stephan Rathgebers Millennial-Beitrag für Sie:

2020 wird die viel diskutierte Generation der Millennials weltweit den größten Teil der berufstätigen Bevölkerung stellen. Eine Generation, die nicht die Karriere-Leiter hochsteigt, sondern auf der Karriere-Welle surft. Für die Sicherheit Weiterbildung bedeutet und Feedback das A und O ist. Ein spannender Einblick in die Studienergebnisse einer groß angelegten Millennial Befragung darüber, was diese Generation von einem Arbeitsplatz erwartet, welche Entwicklungsmöglichkeiten sie anstrebt und aus welchen Gründen sie bei einem Arbeitgeber bleiben würde. Inklusive Millennium-Magnet-Check und Interview.