«Ich liebe Freiburg.» Damit meine ich die Stadt, die wirklich schön ist und praktischerweise grenznah zur Schweiz liegt. Als Toscana Deutschlands bezeichnen sie ihre Einwohner und die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung gerne. Darum heisst die Karriereseite der Stadt auch so. Und ich liebe Freiburg auch wegen der Lust der Personalverantwortlichen der Stadt Freiburg, richtig gute Personalwerbung zu machen. Diese zeigt sich an der Karriere-Webseite und am neusten Coup: Der ehrlichsten Stellenanzeige der Welt.

Was liegt näher, als die «Kunden» (oder von mir aus Zielgruppen) einer bestimmten Stelle zu fragen, was sie sich von der Stelleninhaberin oder vom Stelleninhaber wünschen? Genau das haben die Personalverantwortlichen der Stadt Freiburg um Projektleiter Florian Lehmann gemacht. Denn die Stadt – oder eben vielmehr die jüngsten Bewohnerinnen und Bewohner Freiburgs – suchen nämlich, so wie andere Kommunen auch, händeringend nach Erzieherinnen und Erzieher.

Im «war of eyeballs» setzen die frechmutigen Freiburger auf die naheliegendste Zielgruppe und die ehrlichsten «Influencer», die man sich vorstellen kann: Die Kinder. Florian Lehmann zu den Überlegungen: «Anstelle einer langweiligen Anzeige wollten wir ganz einfach die Kinder zu Wort kommen lassen. Niemand kann ehrlicher und direkter beschreiben, wie ihre Erzieherinnen und Erziehern sein sollen und was sie mitbringen sollen.» Stimmt.

Das Resultat nenne ich die ehrlichste Stellenanzeige der Welt:

Man muss sie ganz einfach gern haben, die Kleinen. Darum gleich noch ein Beispiel:

Wenn es für den Personalmarketingduden je eines bebilderten Beispiels für das Wort «authentisch» bedarf – so müsste es wohl aussehen. Was leicht und spielerisch daherkommt, brauchte aber einiges an organisatorischem Aufwand. «Die Produktion der Videos war weniger aufwändig als die Vorbereitungsarbeiten. Weil wir ja doch viele Kinder filmten, mussten die Angehörigen vorab informiert und überzeugt werden. Wobei letzteres gar nicht so schwer war, fast alle Eltern waren von der Idee begeistert. Und die Kinder sowieso. «Am Set wurde richtig viel gelacht», blickt Florian Lehmann auf den Filmdreh Anfang Jahr zurück. «Das hat sicher auch damit, dass für die Stars vor der Kamera ein echter Clown engagiert wurde, der den Kindern rasch die Scheu vor der Kamera nahm.»

Die Videos werden nun über die sozialen Medien, vor allem Facebook, verbreitet. Auch der Einsatz im Kino ist geplant.

Einfach herrlich. Und herrlich einfach.

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