Manche Ratgeber für gutes Personalmarketing strotzen nur so von „gescheiten“ Ausdrücken, andere wiederum sind leidlich kompliziert und „verkopft“.  Dabei liesse sich gutes Personalmarketing so einfach definieren: Die goldene Regel beachten.

Am Sonntag sollte man ja ein bisschen ruhiger treten. Und ja, vielleicht sogar ein wenig philosophieren. Ich tue das und mache mir so meine Gedanken über ein im Zusammenhang mit dem Personalmarketing noch immer zu wenig beachtetes Prinzip, das seinen Ursprung in allen Weltreligionen hat und auch Literaten und Philosophen seit jeher anregt:

Die goldene Regel

Ich bediene mich der Version von Sokrates, für ihn heisst die goldene Regel:

Tue anderen nicht an, was dich ärgern würde, wenn andere es dir täten.“

Personalmarketing ist ja eigentlich so einfach: Am Besten ganz einfach bei allem, was man tut, die goldene Regel beachten. Und schon werden die Bedürfnisse von Mitarbeitenden und Bewerbern zum obersten Gebot. Wer dieses simple Prinzip beachtet, wird (Bewerbungs-) Prozesse, Karriere-Webseiten und Stelleninserate mit anderen Augen sehen. Intransparente Bewerbungsprozesse? Uninspirierte Bewerberkommunikation? Unpersönliche oder gut versteckte Kontaktmöglichkeiten? Lausige Absagen? Bewerbungsgespräche von anno dazumal? Das und vieles mehr wird plötzlich undenkbar. Ganz einfach, weil man das auch selber nicht möchte.

Ich träume

Die goldene Regel rückt die Sichtweise und die Bedürfnisse der Zielgruppen in den Mittelpunkt. Ich träume (sollte man auch im Business viel öfter machen):

  • Von Managementberatungsfirmen, welche die goldene Regel in ihr Beratungsangebot aufnehmen.
  • Von Personalverantwortlichen, die ihren besten Freund sich im eigenen Unternehmen bewerben lassen und ihn anschliessend um ungeschöntes Feedback bitten, um daraus zu lernen.
  • Von einem Jahresziel für alle Mitarbeitenden, mindestens drei konkrete Verbesserungen im Sinne der goldenen Regel aufzuzeigen.
  • Von Mitarbeitenden in den Stabsstellen für die Unternehmensentwicklung, welche die Anwendung der goldenen Regel als Maxime ihres Tuns verstehen.
  • Von einer internen Ombudsstelle, die sich um unmenschliche Abläufe kümmert. Ich nenne sie liebevoll Whistleblowing-Fachstelle für goldene Regeln.
  • Von Dozentinnen und Dozenten an Universitäten, Fachhochschulen und überhaupt allen Bildungsanstalten, die in den Themenbereichen Marketing und HR über die goldene Regel dozieren.
  • Vom ersten Masterabsolventen, dem ich zum Master of Golden Rules gratulieren kann.

Mehr dazu in einem meiner 18 charmanten Denkzettel für Personalmarketing mit gesundem Menschenverstand:

 

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