Facebook sei tot, hört man landauf-landab. Ja, es ist nicht mehr cool, sich zum blauen Netzwerk zu bekennen. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Nicht länger, sondern kürzer sollte hingegen der Bewerbungsprozess für die Talente sein. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, zeigt das schöne Beispiel des Universitätsspitals Zürich.

Als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann hat man definitiv die Qual der Wahl: Viele sehr gute Arbeitgeber buhlen um zu wenige Fachpersonen. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen. Zum Beispiel beim Bewerben.

Einige haben die Zeichen der Zeit erkannt und setzen die Hürden – zumindest zu Beginn – tief an. Bewerbungen ohne so genannte Motivationsschreiben (passender: Phrasenschweine) sind mehr und mehr en vogue. Einfach mal den Kontakt herstellen lautet die Devise und das scheint mir in einem Arbeitnehmermarkt nicht die schlechteste Idee zu sein.

Eine richtig gute und frechmutige Idee habe ich beim Zürcher Unispital entdeckt. Auf deren Facebookseite, um es genau zu nehmen. Dort werden ab und an Stellen ausgeschrieben, auf die man sich lediglich durch ein Like bewerben bzw. sein Interesse bezeugen kann. Die 0.4 Sekunden Bewerbung gewissermassen. Viel schneller geht es nicht mehr, höchstens dereinst dann über Gedankenübertragung…

Doch funktioniert das? Ich habe mich nicht beworben, aber nachgefragt. Bei Julia Hochweiss, Recruiterin beim Unispital.

Kompliment, Julia. So einfach, so anders, so mutig. Seit wann macht ihr das so und in welcher Kadenz?

Julia Hochweiss: „Wir probieren immer etwas Neues aus. Dieser Weg eignet sich nicht für jede Vakanz, drum sind wir gerade in der Findungsphase und probieren dies bei unterschiedlichen Berufsgruppen aus. Wir offerieren das nicht nach einem System, sondern schauen, wo aktuell sich eine passende Möglichkeit ergibt.“ 

Welche Erfahrungen macht ihr damit?

Julia Hochweiss: „Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Kommunikation zu den Kandidaten ist schnell, per du und unkompliziert. Wir führen Statistiken auf welche Stellen wir kaum response hatten und welche sehr gute Resonanz erhalten haben.“

Wie reagieren Interessierte, die Eurer Aufforderung folge leisten?

Julia Hochweiss: „Interessierte geben uns ein Zeichen, dass sie kontaktiert werden möchten. Wir müssen darauf schnell reagieren und antworten innert 24 Stunden. Wir können so sehr schnell klären, ob die Kandidaten für die Stelle in Fragen kommen und bilden so parallel auch ein Netzwerk für die Zukunft.“

Eine wunderbare Sache und ganz im Sinne der Frechmut-Essenz „Tun“. Auch von mir gibt’s dafür ein fettes Like für diese ganz besondere Form der One-Click-Bewerbung. Viel Erfolg weiterhin damit, liebes Universitätsspital.

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Übrigens: Viele weitere coole Ideen rund um gutes Personalmarketing gibt es am 16. März an der Talent Basel im Stadtkino Basel.