Da recherchiere ich an diesem frühherbstlichen Dienstagmorgen in diesem Internetz herum und was sehe ich da? Google for Jobs scheint sich doch tatsächlich klammheimlich in die Schweiz geschlichen zu haben.

In unserem schönen Land dauert so manches bisweilen ein wenig länger und gerade ein Riesenmarkt sind wir ja auch nicht – und so war es auch nicht verwunderlich, dass die Schweiz beim Roll-out von Google for Jobs nicht an erster Stelle war. Wobei ich übrigens in den letzten Tagen gelernt habe, dass dieser Service gar nicht so heisst, sondern Google Job Service Experience, wie ich kürzlich bei Jobagent las (genauso, wie offenbar erst die allerwenigsten Schweizer Inserate ready für den neuen Google Service sind).

So sieht Google for Jobs aus

Wie auch immer, für mich und vermutlich fast alle ist Google for Jobs prägnanter und mit meinen eingeschränkten Englischkenntnissen auch besser auszusprechen… Also, Google for Jobs ist in der Schweiz und das sieht dann, wenn man zum Beispiel nach einer Stelle als Pflegefachmann in Zürich sucht, so aus:

… und dann nach dem Klick auf eine Stelle:

Wie nicht anders zu erwarten und von Prospective Media Services, dem Schweizer Markführer für Rekrutierungslösungen, bereits im Juli auf deren Blog angekündigt, ist die Suche über mobile Endgeräte optimiert und besonders chic.

Das sieht dann bei der Suche nach einem Job als Schreiner so aus:

Wie man sieht, werden die Stellenanzeigen so wie zum Beispiel auch bei Indeed ohne gestalterische Elemente angezeigt. Schade, wie ich finde, wirkt dann halt etwas uninspiriert, das Auge isst ja bekanntlich mit. Aber vielleicht ja auch eine Superchance für kleinere Unternehmen mit beschränkten Budgets.

Eine offizielle Bestätigung, dass der Service ab heute (10. September 2019) in der Schweiz angekommen ist, habe ich bis jetzt (9.30 Uhr) im Netz nicht gefunden. Gefunden habe ich aber Matthias Mäder. Der Geschäftsführer von Prospective Media Services wird nämlich schon bald an der Talent Bern zu diesem Thema referieren. Der muss es wissen:

3 Fragen an Matthias Mäder, Prospective Media Services

Matthias, ganz offensichtlich ist Google for Jobs in der Schweiz gelandet. Beginnt somit heute die Revolution im Online-Stellenmarkt?

Matthias Mäder: „Tatsächlich, sieht ganz danach aus, dass sie nun da sind. Ob das eine Revolution wird, werden wir dann sehen… 😉 Ich glaube aber, dass sich schon etwas verändern wird. Verwenden doch über 50% der Stellensuchenden, wenn sie mit der Stellensuche beginnen, Google als Startpunkt. Diese User haben in Zukunft auf Google ein ganz anderes Sucherlebnis. Nach wie vor werden oberhalb der blauen Suchbox, welche die neue Stellensuche beinhaltet, bezahlte Ads angezeigt. Erst unterhalb der blauen Box kommen dann die organischen Treffer. Dies bedeutet, dass die Sichtbarkeit von Stellenanzeigen, welche in der Box gelistet sind, steigt. Hier gibt es neue Möglichkeiten für Unternehmen, sich mit den eigenen Stellenanzeigen, welche direkt auf der eigenen Karriereseite gelistet sind, zu positionieren. Wie sich die Aufrufe der Stelleninserate zwischen den Anzeigen der Unternehmen und den Jobbörsen verteilt, werden wir sehen.“

Die meisten der von Google gelisteten Anzeigen stammen nicht direkt von den Unternehmenswebseiten, sondern von Jobbörsen und auffällig viele von LinkedIn. Wie kommt das?

Matthias Mäder: „Die meisten Unternehmen haben sich bis anhin zu wenig um die Suchmaschinenoptimierung gekümmert. Dies zeigt sich auch bei den organischen Treffern auf Google. Da werden fast ausschliesslich Treffer von Jobbörsen gelistet. Stellenanzeigen von Unternehmen kommen meistens erst ab der 2.  oder 3. Seite. Neu müssen sich die Unternehmen zwingend mit der neuen Jobsuche von Google auseinandersetzen. Es ist zu beachten, dass es technische sowie inhaltliche Vorgaben und Empfehlungen von Google gibt, damit die Inserate der Unternehmen direkt gelistet werden. Nur wenn diese erfüllt sind werden die Stelleninserate als solche erkannt und in die Suchbox übernommen. Auch die Vorgaben zum Inhalt sollte man beachten. Insbesondere die Vorgaben zum Jobtitel sind zu prüfen. Empfohlene Angaben wie zum Beispiel das Salär werden sicher noch zu einigen Diskussionen führen. Weiterführende Infos zu diesem Thema findet man unter diesem Link  https://developers.google.com/search/docs/data-types/job-posting?hl=de von Google. Wenn Sie ihre Stelleninserate auf die „Google Tauglichkeit“ überprüfen wollen, steht dieses Testtool von Google zur Verfügung https://search.google.com/structured-data/testing-tool/u/0/ . Idealerweise erkennt das Tool ein Stelleninserat als JobPosting und es werden keine Fehlermeldungen dargestellt. Ansonsten ist die Chance sehr klein, dass die Stellenanzeige in der neuen Suche erscheint.“

Wieviel Geld muss ich in die Hand nehmen, wenn ich bei Google topgelistet werden will?

Matthias Mäder: „Aktuell ist die neue Google Stellensuche kostenlos. Der Aufwand für die Unternehmungen besteht darin, das Inseratetemplate den Richtlinien von Google anzupassen damit die Stellenanzeigen erscheinen. Hierzu empfehlen wir den Unternehmen mit Ihrem E-Recruiting Anbieter Kontakt aufzunehmen. Eine weitere Möglichkeiten ist, dass ich eine Stellenanzeige auf einer Jobbörse ausschreibe, welche die Stelleninserate an Google für die neue Stellensuche übermittelt. Ansonsten muss ich als Unternehmen auf den Crawler von Google warten, bis er meine Anzeigen auf meiner eigenen Karriereseite findet, als Stellenanzeige erkennt und in der Suche listet. Für mehr Sichtbarkeit auf Google kann ein Unternehmen aber immer noch Google Ads einkaufen. Diese haben den Vorteil, dass die Anzeigen sogar vor der neuen Suchbox eingeblendet werden und eine sehr hohe Sichtbarkeit haben. Viele von uns betreute Unternehmen buchen diese Ads bereits heute über uns und haben durch unsere laufende Optimierung dieser Ad hohe Aufrufe auf die Stelleninserate oder Karriereseiten.“

Super, danke Dir Matthias, dass Du so kurzfristig Zeit gefunden hast.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich viel Spass beim Entdecken des neuen Services.

Mehr über Google for Jobs und andere HR Tec Themen live an der TALENT BERN erleben.

Auf Wiederlesen