Wenn es um die Personalwerbung für die jüngsten Zielgruppen, die Schülerinnen und Schüler, geht, wird es spannend. Personalverantwortliche und Ausbildnerinnen sind dann oft 20, 30 oder 40 Jahre älter. Das verlangt von den Entscheidern eine gute Portion Frechmut. Zum Beispiel, wenn man auf einen Internet-Star als Botschafter setzt.   

Im Berufsbildungsverbund login haben sich viele Firmen des öffentlichen Verkehrs und ihm naher Branchen zusammengetan, um ihre Kräfte in der Berufsausbildung zu bündeln und auf dem Arbeitsmarkt viel Power zu entwickeln. login sucht für den künftigen Berufsnachwuchs seiner Partnerfirmen jedes Jahr über 800 neue Lernende und fast 10’000 junge Menschen bewerben sich. Die Fakten zu login sind in dieser Grafik übersichtlich aufbereitet:


 

In einem Markt, in welchem immer mehr Lehrstellen unbesetzt bleiben, ist das Gerangel um gute Schülerinnen und Schüler gross. Wer gehört werden will, muss für Aufmerksamkeit sorgen. login tut das, indem es die Nase im Wind hat und versucht, den Kommunikationsgewohnheiten seiner Zielgruppen zu folgen. Seit 2016 setzt login auch auf Snapchat. Und im letzten Jahr landeten die Verantwortlichen einen besonderen Coup, der auch medial starke Beachtung fand.

Als Berufsbotschafter wurde der Schweizer Internetstar „Rash“ verpflichtet. Fast 60’000 Fans auf Facebook, über 80’000 auf Instagram hat dieser. Zahlen, die selbst die grössten Arbeitgeber in der Schweiz mit ihren Social Media-Profilen nicht einmal annähernd erreichen. Und auch auf YouTube werden seine Gedanken über Gott und die Welt – und natürlich die Liebe – zehntausendfach angeklickt. Das sieht dann so aus.

 

 

Das Rash auch ganz brav kann, bewies er in der Kampagne für die login-Berufswelten. Hier ein kleiner Streifzug durch seine Erfahrungen als Zugbegleiter, in den Werkstätten und draussen im Gleisfeld.

 

 

Ich finde das Vorgehen von login frechmutig, schliesslich rekrutiert das Unternehmen für Kunden einer Branche, die als eher bodenständig gilt und bei welcher Sicherheit gross geschrieben wird.  Nicht selbstverständlich also, dass mit Rash Junior nicht gerade ein Durchschnittstyp engagiert wurde, sondern ein junger Mann, den 20 Minuten Schweiz 2015 in einer Schlagzeile so vorstellte:

Seine Schimpftiraden sind längst Kult. Gestatten: Internet-Star Rash Junior, wie er lebt und motzt.

Grund genug, beim Verantwortlichen nachzufragen. Michael Schweizer leitet als Geschäftsführer die login Berufsbildung AG.

Michael, Ihr setzt in der Werbung für neue Lernende auf den YouTuber Rash. Was steckt dahinter?

Michael Schweizer: „Wir begegnen den Jugendlichen dort, wo sie sich aufhalten und kommunizieren: auf Social Media. Rash geniesst bei den Jugendlichen eine hohe Bekanntheit. Er hat verschiedene login-Berufswelten besucht und berichtet darüber in unseren Social Media Kanälen wie Youtoube, Instragram, Facebook – dies in der Sprache der Jugendlichen.“

Ich habe mir Rash’s Video angesehen, bei welchem er über die Mode und Frauen spricht. Ich habe nicht ganz alles verstanden, ehrlich gesagt.

Michael Schweizer: „Das geht mir genau so. Wir beide sind ja aber auch nicht (mehr) die Zielgruppe für eine Berufslehre bei login.“

Das lässt sich in der Tat schwer abstreiten. Der sympathische junge Mann trägt sein Herz aber ganz gehörig auf der Zunge – ist das nicht auch ein gewisses Risiko für Euch?

Michael Schweizer: „Authentizität ist uns wichtig. Dazu gehört, dass eine ehrliche und ungefilterte Diskussion auf Social Media entstehen kann. Das führt dazu, dass die Jugendlichen sich eine Meinung zu unseren Berufslehren bilden können.“

Zeit für eine kurze Bilanz…

Gerne. Wir ziehen eine sehr positive, denn die Kampagne findet positive Beachtung bei jungen Menschen. Wir stellen auch fest, dass sich die Jugendlichen, die sich bei uns bewerben, dank Social Media ein konkreteres Bild von unseren Lehrberufen haben. By the way: Auch 2017 konnten wir wiederum 98% unserer über 800 Lehrstellen besetzen.

Gratuliere zu Eurem Vorgehen, lieber Michael. Weiterhin viel Erfolg.   

 


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