„Den Kindern alles Gute“. Der Claim bringt es auf den Punkt, wofür das Kinderspital Zürich steht.  Doch eigentlich ist das Kinderspital gar kein Spital – es ist eine Institution. Kein Wunder wird es von den Zürcherinnen und Zürcher liebevoll „Chispi“ genannt. Hier wird mit Spitzenmedizin und viel Leidenschaft Kindern geholfen, vielen Tausend jedes Jahr. Die hohen Sympathiewerte spielt das Kinderspital jetzt auch im Personalmarketing aus.

Aktuell ist das Kinderspital daran, seinen Arbeitgeberauftritt aufzufrischen, mit Informationen zu punkten und emotional und informativ aufzuladen. Das „Gesamtwerk“ ist noch nicht ganz fertig, aber ein erstes wichtiges Puzzlestein ist gelegt: Die neuen Kispi-Stelleninserate. Und die machen ganz einfach Freude. Man spürt: Das Kispi wünscht nicht nur den Kindern alles Gute, sondern auch seinen künftigen Mitarbeitenden.

Knallharter Arbeitsmarkt in der Gesundheitsbranche in der Personalwerbung kaum spürbar

Es ist hinlänglich bekannt, Stelleninserate – Social hin, Media her – das wichtigste Werbeinstrument für die Besetzung freier Stellen sind. Aktuell sind auf der Stellenplattform jobagent.ch fast 125’000 freie Stellen in der Schweiz gelistet. Vor allem im Gesundheitswesen ist der Kampf um Pflegepersonal und Ärztinnen und Ärzte beinhart. Doch dieser Kampf um die Talente ist erst zaghaft im Arbeitgeberauftritt der Spitäler und Pflegeinstitutionen spürbar. Spitäler, die mit einem informativen und emotionalen Arbeitgeberauftritt überzeugen, sind noch immer in der Minderzahl und manche agieren denkbar ungeschickt.  Immerhin gibt es auch in dieser Branche erste Beispiele von Recrutainment-Ansätzen und in der Schweiz heben sich Spitäler wie das Kantonsspital Nidwalden (mit einer Vielzahl konkreter Arbeitgebervorteile)  und vor allem die Privatklinikgruppe Hirslanden mit einem informativen und professionellen Arbeitgeberauftritt von ihren Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt ab. Hirslanden setzt auf Videos, eine moderne Webseite, viele Informationen und nutzt die sozialen Medien gekonnt – ich könnte fast ins Schwärmen kommen, wenn bloss diese grauenhaften Stock-Fotos nicht wären. Jetzt zieht das Kinderspital in Sachen Arbeitgeberauftritt nach – und setzt mit seinem neuen Stelleninserat den neuen Massstab für richtig gute Stelleninserate im Gesundheitswesen.

Macht gluschtig: Das neue online-Stelleninserat des Kinderspitals

Das brandneue Stelleninserat des Kinderspitals Zürich punktet mit:

  • einer frischen Optik im Unternehmens-CD 
  • schön und gar ein wenig spielerisch gestalteten Arbeitgebervorteilen, die mit der Maus zum Entdecken einladen
  • konkreten Lohnangaben bei vielen Berufen
  • und Emotionen in Form kurzer Videos (es werden insgesamt 10 berufs-gruppentypische Videos produziert, die letzten sind aktuell im Schnitt)
Interview mit Sonja Auf der Maur, der treibenden Kraft hinter dem neuen Stelleninserat und Bereichspersonalleiterin im Kinderspital Zürich

Sonja, das brandneue Kispi-Stelleninsert ist online. Herzliche Gratulation dazu, es ist rundum gelungen. Ich weiss, da steckt viel Vorarbeit drin. Warum dieser Aufwand?

sonja-auf-der-maur-foto_256x256Sonja Auf der Maur: „Tatsächlich war der Aufwand ziemlich gross und bis die letzten Details ausdiskutiert waren, brauchte es einiges an Geduld. Nun sind wir aber stolz auf das Resultat. Im Gesundheitswesen sind die Fachkräfte hart umkämpft und trotzdem sind die Stellenausschreibungen grösstenteils einfallslos und eintönig. Diese Chance wollten wir nutzen und mit einem modernen, interaktiven und ansprechenden Inserat auf dem Arbeitsmarkt auffallen.

Wie seid Ihr vorgegangen und was hat es mit den integrierten Videos auf sich? Die von der Berner Coloraffairs produzierten Kurzclips finde ich sehr gelungen.

Sonja Auf der Maur: „In einem Workshop mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen stellten wir fest, dass es etwas Besonderes ist, im Kinderspital Zürich zu arbeiten. Diese Emotionen wollten wir – zusammen mit Fakten, wie den Arbeitgebervorteilen und dem Ablauf des Bewerbungsprozesses – im neuen interaktiven Inserat auf eine lustvolle Weise darstellen. Ein wichtiger Baustein sind dabei die integrierten Videos; kurz und prägnant sollen diese sein, und die Mitarbeitenden sowie die Kinder in den Mittelpunkt rücken. Zum jetzigen Zeitpunkt sind drei Videos fertiggestellt, sieben weitere sind im Laufe des Novembers geplant, so dass wir eine grössere Auswahl haben und die Videos noch besser auf die ausgeschriebene Stelle abgestimmt sein werden.“

Ist denn der Arbeitsmarkt für Ärzte und Pflegepersonal wirklich so schwierig, wie man immer liest?

Sonja Auf der Maur: „Ja, der Markt ist ausgetrocknet. Aber viele Ärzte und Pflegefachkräfte arbeiten besonders gerne mit Kindern und als Kinderspital Zürich geniessen wir einen ausgezeichneten Ruf. Aus diesem Grund sind wir vom Fachkräftemangel nicht ganz so stark betroffen wie andere Spitäler. Aber auch wir erhalten auf unsere Vakanzen – insbesondere im Pflegebereich – nur vereinzelte Bewerbungen, manchmal sogar gar keine. Am stärksten spüren wir den Mangel an Fachkräften in der Intensivpflege; es gibt einfach zu wenig Pflegefachkräfte, welche das entsprechende Nachdiplomstudium absolvieren. Wir bieten die Weiterbildung selbst auch an, können zurzeit aber aufgrund mangelnder Nachfrage leider nicht alle unsere Ausbildungsplätze besetzen. Auch im deutschsprachigen Ausland hat der Fachkräftemangel zugenommen, es ist also auch nicht ganz einfach, qualifiziertes Personal im Ausland zu rekrutieren.“

In gewissen Stellen publiziert Ihr sogar den Lohn in den Stelleninseraten. Mit welcher Absicht?

Sonja Auf der Maur: „Wie wir aus Studien wissen, wünschen sich die Bewerber Informationen zum Lohn im Stelleninserat, auf dieses Bedürfnis sind wir eingegangen. Aufgrund der Lohnangabe im Stelleninserat kann der Bewerber die Eingliederung der Stelle im Unternehmen besser einschätzen. Zudem unterscheiden sich die Löhne in einzelnen Branchen erheblich. Ist der Lohn bereits im Inserat niedergeschrieben, können sich Bewerber sowie Arbeitgeber einiges an Aufwand sparen. Zudem haben wir nichts zu Verbergen. Unsere Lohneinstufungen basieren grundsätzlich auf der kantonalen Lohntabelle und sind in dem Sinne transparent. Vermehrte Lohntransparenz wurde auch in unseren letzten Mitarbeiterumfragen gefordert, damit machen wir einen Schritt in diese Richtung.“

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg. Nach so viel Worten nun noch einige (bewegte und bewegende) Bilder über das Kispi und seine kleinen und grossen Fans.

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