Ah, da schau her! … ich war mal wieder unterwegs diese Woche. Land: Austria. Destinationen: Salzburg und Wien. Grund: Employer Branding. In den knapp 30 Stunden in unserem sympathischen Nachbarland habe ich eine gehörige Portion Employer Branding reingezogen (nein nein, nicht an Falco’s Kommissar denken…, alles legal und jugendfrei). Also, dann wollen wir mal. Hier sind meine fünf Employer Branding High-light’s made in Austria:
Kurzes Vorspiel

Sie ist ja irgendwie in aller Munde, diese Arbeitgebermarke. Schon Anfang Oktober drehten sich die Gespräche und einige Präsentationen an der Recruiting Convention Zürich um dieses Thema. Leck michNein, eine Arbeitgebermarke ist kein neues Angebot der Post und auch der geniale live-Cartoonist Jonas Raeber liegt mit seiner Einschätzung, was eine Arbeitgebermarke ist, denkbar falsch. Okay, so einfach ist es also nicht – aber auch nicht sonderlich schwer. „Eine Marke ist ein positives Vorurteil“ lese ich auf dem Weg nach Salzburg im tollen Buch „Marke ohne Mythos“ von Arnd Zschiesche und Oliver Errichiello. Eine Marke ist ein positives Vorurteil – in den Köpfen der Menschen, würde ich ergänzen. Und weiter lese ich: „Die Ursachen für jeden Markenerfolg liegen im Unternehmen.“ Gut, somit wären wir schon fast beim Thema, nämlich bei der Arbeitgebermarke oder auf neudeutsch, der Employer Brand. Dieser hat sich auch das österreichische Beratungsunternehmen Identitäter verschrieben. Ralf Tometschek hat mich eingeladen, im Rahmen der Corporate Culture Club (Schweizerdeutsch: Kulturklübli) Veranstaltungsreihe in Salzburg und Wien a bisserl darüber zu sprechen, was die Verkehrsbetriebe Zürich so alles darunter verstehen. Doch darüber will ich an dieser Stelle nicht allzu viele Worte verlieren, das kann man hier, hier oder hier nachlesen. Oder sich einfach diesen Video reinziehen:

Highlight Nummer 1: Key Note

Im Railjet von Zürich nach Salzburg bereite ich mich ein wenig auf meine Key Note Präsentation an der Employer Branding Tagung der Deutschen Presseakademie im Dezember in Berlin vor. Ich freue mich darauf, nur: Was soll ich bloss sagen? Immerhin habe ich mir einen schönen Titel ausgesucht: Gemeinsam statt einsam. Nein, es geht nicht um online-Partnervermittlung, sondern wirklich um Employer Branding und, der Titel sagt es, um das Zusammenspiel von HR und Kommunikation. Zugfahren inspiriert, mir fallen ein paar schöne Ideen ein. Alles wird gut.

Highlight Nummer 2: Die CCC-Veranstaltung in Salzburg

IMG_2408Echt sympathisch, der Empfang in Salzburg beim grössten privaten Arbeitgeber Österreichs, bei Spar (40’000 Mitarbeiter/-innen). Der Detailhändler tritt mit dem Leitsatz: „Darf’s ein bisschen mehr sein?“ auf und meint damit unter anderem seine Anstellungsbedingungen, die guten Entwicklungsperspektiven und die kollegiale und trotz der Firmengrösse kollegialen Umgang.

Ich lerne auf Video die sympathische  Markenbotschafterin Jasminka Grgic kennen.

Ein gelungenes Video, wie ich meine, und ein gelungener Auftakt zu meiner Tour d’Austria. Übrigens: Dass ich bei den Give-Aways den Claim wörtlich genommen habe und mit einem Kleinlaster mit Taschen weggefahren bin, ist nur ein Gerücht.

Highlight Nummer 3: Mein erstes Buch

Ich schreibe ein Buch, mein Erstes. Vielleicht denken Sie sich jetzt: „Was, der auch noch?“ Ja, genau. Das muss nun halt ganz einach sein. Neben Job und den Vorträgen ein echtes, ja eigentlich ein komplett verrücktes wgidd-Projekt. Ein „wie-geil-ist-das-denn?-Projekt! Mehr über wgidd-Projekte und 200 starke Seiten über Frechmut gibt es dann Ende Februar 2014 im Springer Gabler Verlag nachzulesen. Als ich abends im Hotel die Mails checke, finde ich den Vorschlag für das Buchcover in meiner Inbox. Wow, was für ein Gefühl. Der Titel des Buchs lautet übrigens:

Einstellungssache: Personalgewinnung mit Frechmut und Können. Frische Ideen für Personalmarketing und Employer Branding.

Also, schon einmal vormerken und bisserl sparen… Mit dabei sind übrigens gleich drei Wiener Unternehmen bzw. Persönlichkeiten: Whachado mit Ali Mahlodji, Ralf Tometschek von Identitäter und Martin Poreda von Kununu. A propos Kununu: Nichts wie los nach Wien.

Highlight Nummer 4: Der Besuch bei Kununu

Die Wartezeit bis zur CCC-Veranstaltung am Abend verkürze ich mir in Wien mit einem kleinen Spaziergang durch diese zauberschöne Stadt. Es ist ein fantastischer Herbsttag mit spätsommerlichen Temperaturen. Mein Weg führt mich an den IMG_2478Fischmarkt, zu Kununu. Die haben vor ein paar Monaten einen dicken Fisch an Land gezogen und Xing gekauft. Oder so ähnlich. Nun, auf jeden Fall ist das Wiener Unternehmen den Start-up Schuhen mittlerweile schon längst entwachsen. Mit ihrer Arbeitgeberbewertungsplattform, der einzig relevanten im deutschsprachigen Raum, ist Kununu ein Employer Branding Instrument par Excellence. Studien belegen, dass Empfehlungen ganz allgemein zu den effektivsten Marketinginstrumenten gehören. Diese Erkenntnis greift auch langsam bei den Personalisten. Unternehmungen wie Groupon nutzen die Bewertungen auf Kununu, um an ihrer Arbeitgebermarke zu arbeiten und ganz im Sinne von „Innen beginnen“ eine Unternehmenskultur zu schaffen, die auf dem Arbeitsmarkt anziehend wirkt. Darüber hat erst kürzlich Sebastian Dietrich von Groupon Deutschland berichtet. Das steigende Verständnis im HR für die Themen Arbeitgeberreputation und Empfehlungen spürt auch Kununu, das munter wächst. Ich will darüber mit Rinoa Beck (rechts) und Carolin Horn sprechen und habe mich mit ihnen am Hauptsitz von Kununu verabredet.

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IMG_2470Hinter dieser unscheinbaren Türe verbirgt sich ein sehr zielorientiertes und dabei doch sympathisch gebliebenes Unternehmen – eines, das weiss, wie Marketing funktioniert. Der neueste Coup: die Kununu-Toolbox.

Liegt es am Mutterhaus? Xing lanciert offenbar demnächst eine Zeitschrift, konnte man in diesen Tagen lesen. Oder ein Magazin. Auf jeden Fall eines dieser Dinger, die aus Papier gemacht sind und in denen man blättern kann (kleiner Hinweis für die Generation Y…). Kununu zieht nun nach, auch deren brandneue Toolbox kann man in den Händen halten und nicht bloss virtuell entdecken. Interessant.

Ich habe natürlich die Gunst der Stunde genutzt und Carolin Horn, Head AccountIMG_2467 Management von Kununu, bei Kaffee und Kuchen ein paar Hintergrundinformationen entlockt.

Frau Horn, was bringt mir als Unternehmen Ihre Toolbox?

Carolin Horn: „Mit der Toolbox geben wir den Unternehmen alles in die Hand, was sie brauchen, um zu mehr Bewertungen, zu noch breiter abgestützten und somit differenzierteren Aussagen über ihr Unternehmen zu kommen. Das hilft den Unternehmen, ihre Reputation als spannende Arbeitgeberin zu schärfen. Sie können sich so als interessante Arbeitgebermarke positionieren.“

Was ist denn alles so drinnen in dieser geheimnisvollen Toolbox?

Carolin Horn: „Wir haben wirklich nützliche Gadgets zusammengestellt. Alles, was es braucht, um die eigenen Mitarbeitenden und auch Bewerber zur Bewertung des Unternehmens bzw. des Bewerbunsprozesses zu animieren. So zum Beispiel über 750 Rubbelkarten, Poster mit vier unterschiedlichen Motiven und Handlungsaufforderungen, Sticker, wieder ablösbare Flyer für’s Fenster, das brandneue Buch „kununu für Dummies“ und einiges mehr.“

Die Toolbox kostet je nach Ausstattung 390 oder 490 Euro. Clever, Frau Horn, sie lassen die Firmen Werbung dafür machen, dass Ihre Seite Traffic und Content erhält, und lassen sich dafür sogar noch bezahlen…

Carolin Horn: „Wir sind überzeugt davon, dass ein differenzierter Auftritt der Unternehmen auf einer Arbeitgeberbewertungs- und Empfehlungsplattform wie Kununu ganz im Sinne der Unternehmen ist. Es ist doch häufig so, dass meist die ganz zufriedenen und am anderen Ende die völlig unzufriedenen Mitarbeitenden ihren Arbeitgeber bewerten. Mit der Toolbox wollen wir die Unternehmen unterstützen, auch die grosse Masse der ruhigen, neutralen und meist ganz zufriedenen Mitarbeitenden zur Bewertung zu animieren. Wir von kununu treten dabei als eine Art Mittelsmann auf, der das Vertrauen stärken soll und gewährleistet, dass das Feedback anonym bleibt und auch gehört wird. Der Name kununu ist also auch ein Schutz für den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin. Das dient am Ende dazu, dass auch tatsächlich mehr und aussagekräftigere Bewertungen abgegeben werden. Es waren übrigens viele unserer Kunden, die uns darauf gebracht haben, so ein Instrumentarium zu entwickeln.“

Die Toolbox kann ab sofort bestellt werden, hier vorab schon einmal ein paar Bilder:

Die Toolbox im Überblick

Toolboxkomplett

Poster
Poster Boot
Rubbelkarten

Rubbellos 1

Rubbellos2

Mit der Toolbox lässt sich also die Anzahl Bewertungen von Mitarbeitenden steigern – oder damit (endlich) anfangen, systematisch eine belastbare Zahl an Feedbacks und somit Empfehlungen zu generieren. Jetzt gibt’s keine Ausreden, kein Hättiwari und so weiter mehr. Danke für den netten Empfang, liebe Kununu-Damen. Ba-Ba.

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Highlight Nummer 5: Der CCC in Wien

IMG_2498Abends findet dann unweit des Eifelturms der zweite Corporate Culture Club innert 24 Stunden statt, eingeladen hat MediClass, ein innovatives Unternehmen, das sich leistbare Privatmedizin auf die Fahne geschrieben hat. Vor meinem Vortrag präsentiert T-Mobile Austria ihre Aktivitäten auf dem Arbeitsmarkt und die Massnahmen, die sie intern losgetreten haben, um den bestehenden Mitarbeitenden eine attraktive Arbeitgeberin zu sein. Somit haben sie schon einmal viel von Employer Branding begriffen, denn: Die Marke muss von innen her strahlen. Für den Markenexperten machen die internen Aktivitäten rund 80% des Employer Brandings aus. Innen beginnen lautet denn auch seine Devise. T-Mobile unterhält eine der interaktivsten Facebook-Fanpages mit fast 5000 Fans, kann darüber sogar in Einzelfällen rekrutieren. Zudem ist das zweitgrösste Telekom-Unternehmen Österreichs auch mit einer Unternehmensseite auf Whatchado aktiv, sogar der CEO macht dort mit und beantwortet die legendären 7 Whatchado-Fragen.

T-Mobile auf Whatchado

Das war’s dann. Bevor es im Nachtzug zurück nach Zürich ging, noch ein letztes Highlight: Die Fahrt mit dem Taxi zum Westbahnhof. Der Fahrer: Ein richtiges Wiener Original, um die 70. Hat gegrantelt was das Zeug hielt. Meine Frage: Sind Sie eigentlich a waschechter Wiener? Antwort (seufzt): „Ja, vermutlich der Letzte hier.“ Ja, der Mann hat wahrlich Wiener Blut.

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