Für die Verkehrsbetriebe in Wiesbaden sind Frauen und Männer, die sich mit ihren Bussen durch das tägliche Verkehrsgewühl wuseln, wahre Alltagshelden. Daraus machen sie ein gelungenes Personalmarketing – seit Jahren schon. Jetzt haben sie die Idee aufgefrischt.

„Die Jahre vergingen und Jim Knopf wurde immer grösser.
Einmal im Monat wurde er von Frau Waas gemessen.
Dafür stellte sich Jim an den Türpfosten der kleinen Küche.
Frau Waas legte ihm ein Buch auf den Kopf und machte
einen Bleistiftstrich an den Pfosten.
Jedes Mal war der Strich ein kleines bisschen höher.
Jetzt war Jim schon ein halber Untertan von Lummerland.“

Wer liebt sie nicht, die Geschichten seiner Jugend, die sich um kleine und grosse Helden drehen. So wie Jim Knopf. Oder Tom Sawyer. Die drei Fragezeichen. Oder Superman und Co.

Nicht Lokführer wie Lukas, den Freund von Jim Knopf, sondern Busfahrerinnen und Busfahrer sind für die ESWE-Verkehr in Wiesbaden die Helden unserer Zeit. „Denn nicht alle Superhelden können fliegen oder haben ihr eigenes Düsenmobil in der Garage“, sagt Diana Knoth, Marketingfrau und, die Freiheit nehm ich mir, Projekt-Wonderwoman von ESWE. „Unsere Alltagshelden nehmen täglich den Bus. Und retten so jeden Tag ein bisschen das
Wiesbadener Verkehrschaos. Sie sind unsere Alltagshelden.“

Ihre busfahrenden Alltagshelden mit Superkräften inszenieren die Verkehrsbetriebe in Wiesbaden auf eine im wahrsten Sinne des Wortes plakative, herrlich augenzwinkernde Weise. Sie tun das konsequent, schon seit Jahren. Bereits 2016 schwärmte ich in meinem Buch „Personalmarketing to to“ von der frechmutigen Vorgehensweise. Besonders das Superhelden-Kit hatte es mir angetan – eine handliche Box mit verschiedenen Werbematerialien. Busfahrerinnen und Busfahrern wurde so Werbematerial für spontane Gespräche mit Interessierten an die Hand gegeben. Cool!

Jetzt frischte das Team um Diana Knoth den Auftritt auf. „2018 machten wir eine Auslegeordnung: Was ist am Auftritt gut, was könnten wir noch besser machen? Ist er noch zeitgemäss? Sollten wir vielleicht etwas ganz anderes machen?“

Resulat der Standortbestimmung, in die auch Mitarbeitende aus dem Fahrdienst einbezogen wurden: Weitermachen. Aber noch etwas stärker auf die Kompetenzen ausgerichtet und dazu imagestärkender, wie mir Diana Knoth im Gespräch verrät. Und auch der Aspekt, dass man den Beruf ganz vorne im Bus bei ESWE erlernen kann, wird noch etwas stärker bespielt.

Das Resultat ist wiederum sensationell gut gelungen, wie ich finde. Die Wiesbadener zünden ein beeindruckendes Feuerwerk an gut aufeinander abgestimmten On- und Offline-Massnahmen. Die Alltagshelden ziehen samt ihrer Superkräfte nun gemeinsam für ESWE um die Häuser und sorgen für gehörig Aufmerksamkeit. Ich weiss kaum, wo ich mit dem Schwärmen beginnen soll.

Okay, ich beginne beim Zuhause der Personalwerbung, der Karriere-Website. Schön gemacht, auffällig und höchst informativ. Herausragend: Der spielerische Test, die toll aufgemachten Arbeitgebervorteile und die Heldenstories.

Ebenfalls neu und im passenden Look and Feel: Die Stelleninserate:

Offline-Werbung, unter anderem natürlich auch an den künftigen Arbeitsplätzen, where else?!

Der Trailer zur Kampagne:

Kaum überraschend, dass auch auf der Social Media-Klaviatur gekonnt gespielt wird:

Wunderbar, wie ich finde. Besonders beeindruckt mich die Kontinuität im Auftritt, die Weiterentwicklung der Idee über Jahre. Und immer, um es mit Jim Knopf abzurunden, wird der Bleistiftstrich am Türpfosten der Marketingabteilung ein kleines bisschen höher. Und wer hat’s erfunden? Nein, ausnahmsweise keine Schweizer, sondern diese drei „Musketiere“ Larissa Vogl, Thorsten Witkowski und Diana Knoth, alle Drei von ESWE Verkehr.

„Steig ein“, sagte Lukas und half Jim auf die Lokomotive.
So fuhren die Freunde in die weite Welt hinaus und waren sehr neugierig auf das, was sie alles erleben würden.“

Auf Wiederlesen