Die Studie Arbeitgeberauftritt.CH untersucht den online-Auftritt der 100 grössten und wichtigsten Arbeitgeber der Schweiz. Nachdem Caroline Stadelmann, Studentin an der Universität Zürich, in den letzten Wochen bei den zehn Besten vorbeigesurft ist, widmet sie sich nun ihren Lieblingen. Sie besucht zehn handverlesene Seiten, die es nicht ganz in die Top Ten geschaft haben, aber bei ihr einen positiven Eindruck hinterlassen haben. Heute: Die SBB.

SBB – Altbekannt & doch überraschend

Wir kennen sie doch alle, die gute SBB. Praktisch jeden Tag nutzen wir ihr Netz und betrachten als selbstverständlich, dass der Zug keine Minute zu spät einfährt, dass die Durchsagestimme klar spricht, dass der Bahnhof sauber ist, dass es zu keinem Ausfall kommt, dass der Billett-Kontrolleur einen guten Tag hat… Wir erwarten viel von diesem Unternehmen. Aber was genau dahinter steckt, überlegen sich sehr wahrscheinlich nur diejenigen, die eine Leidenschaft für öffentlichen Verkehr haben oder Studenten, die für einen Personalmarketing-Blog einen Artikel schreiben müssen.

Tatsächlich hat die SBB einen hohen Rekrutierungsbedarf, da sie erstens eine Schweizweite Firma ist und zweitens in einer beträchtlichen Menge von Bereichen tätig ist. Betrachtet man die Karriere- und Jobseite des Unternehmens wird klar, hier hat sich jemand Mühe gegeben. Hier hoffen Personaler nicht drauf, dass jemand nichts Besseres zu tun hat oder jemand über Desinformation, Lustlosigkeit und Unispiriertheit hinweg sieht und sich dann bewirbt, sondern man will das die Leute denken: Donnerwetter, für die will ich arbeiten! Drei super Beispiele für den starken Auftritt der SBB will ich Ihnen zeigen.

Erstens überzeugt mich der YouTube-Channel des Unternehmens sehr. Mit witzigen Videos, wie beispielsweise «Unterwegs zuhause», positioniert sich die SBB als sympathisches und erfrischend freches Unternehmen. Übrigens scheine ich da nicht die einzige zu sein: Die meisten Videos haben über 10’000 Clicks.

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Was mir bei der SBB auch super gefällt, sind die Stellenanzeigen. Es ist nicht einfach nur Text oder ein simples Pop-Up Fensterchen, sondern beinhaltet mehrere Levels, durch die man sich durchklicken kann. Aber keine Sorge, alles super überlegt und übersichtlich gestaltet – genauso, wie man das vom SBB Netz kennt. Eye-Catcher: Die Arbeitgebervorteile sind nicht wie sonst eine reine Auflistung, sondern in eigenwilliger Art beschrieben. Mitarbeiter in den Uniformen der unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der SBB halten Schriftzüge hoch, auf denen Vorteile wie «GAV» oder «Work-Life-Balance» oder «Arbeitsmodelle» stehen.

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Schliesslich hat mich drittens der SBB-Blog glatt umgehauen. Der Blog erzählt «Stories» aus verschiedensten Bereichen der SBB. Beispielsweise wird über «Rund um die Bahn» geschrieben oder man erfährt mehr zu «Freizeit und Ferien». Uns interessieren natürlich vor allem die Geschichten zur «Arbeitgeberin SBB». Die unterschiedlichsten Mitarbeiter erzählen hier von ihrem Alltag ganz allgemein oder aber von speziellen Erlebnissen. Frauen sprechen über ihre Arbeitserfahrungen im Männerdominierten IT-Bereich oder die SBB selbst über ihre Pläne zur Frauenförderung in MINT-Berufen: «Nein MINT-Berufe haben nichts mit Minze zu tun…». Sie sehen, auch die Texte sind witzig geschrieben. Jedoch ohne, dass sie ins Saloppe abrutschen würden. Die SBB gibt sich hier viel Mühe, das erkennt man sofort.

Dies drei Beispiele, die zeigen, dass die SBB als ehemaliger Staatsbetrieb im Personalmarketing alles andere als bürokratisch und verstaubt ist.

www.arbeitgeberauftritt.ch

 

CarolineBildÜber die Autorin:
Caroline Stadelmann studiert an der Universität Zürich Geschichte und Publizistik.

Für diesen Blog hat sie sich auf Entdeckungstour durch zehn handverlesene Arbeitgeberauftritte grosser und wichtiger Schweizer Unternehmungen im Internet begeben. Die 22-jährige Zürcherin mag gute Rockmusik, kalte Gazpacho und lächelnde Menschen.