… und weiter geht’s mit der Jahreshitparade der meistgelesenen Artikel meines Blogs. Auf Platz 2: Der Beitrag über das Pflegezentrum Reusspark und ihre ausgefallenen (und vor allem auffallenden) Videos für Pflegefachkräfte. 1004 Leser/-innen haben sich diesen Beitrag zu Gemüte geführt, 17 Kommentare, 47 Likes auf Facebook und 20 Tweets zeugen davon, dass dieser Beitrag einen Nerv getroffen hat. Ähnlich wie die Uhrenindustrie ist für mich auch die Gesundheitsbranche ein Phänomen: Wohl in fast keiner Branche ist der Fachkräftemangel schon so deutlich spürbar wie in dieser – aber wo sind die frischen Personalmarketingkampagnen? Mangelware, aber… es gibt durchaus Ausnahmen von der Regel.

Im Herbst habe ich am Kongress Klinikmarketing über das Personalmarketing der VBZ berichtet. Eine willkommene Möglichkeit für mich, um etwas tiefer in die Gesundheitsbranche einzutauchen. Ich habe einiges mitgenommen, darunter auch eine Initiative der MediClin-Gruppe. Diese betreibt in ganz Deutschland 52 Einrichtungen. Hierzu zählen Krankenhäuser (Akut-Bereich), Rehakliniken, Pflegeheime und Medizinische Versorgungszentren. Um für sich als Arbeitgeberin und ihre freien Stellen zu werben, unternimmt das Unternehmen einiges und setzt, ähnlich wie der Reusspark, auch auf unkonventionelle Videos – die erst noch zu meinem Faible für Uhren passen…

http://www.youtube.com/watch?v=eFFTnrAWsUE&list=PLF20CEDD43C2F2898&index=4

Das Unternehmen mit über 8000 Mitarbeitenden fällt aber nicht nur mit den Videos selber auf, sondern beschreitet auch sonst neue Wege. Dazu gehört die eigens für die Suche nach jungen Medizinern geschaffene Webseite samt dazugehöriger Facebook-Seite. Nun, dort oder auch im Forum der Webseite geht vielleicht nicht eben gerade die Post ab, was Fans und Interaktion betrifft, aber doch: wer neue Wege beschreitet und dabei auch einigen Mut beweist, hat Respekt verdient – so lange zumindest nicht freie Jobs per Gewinnspiel verlost werden. Doch die Personaler von MediClin haben aus meiner Sicht begriffen, worum es geht: überlegen, wo sich die Zielgruppen aufhalten, wie sie kommunizieren und was ihnen wichtig ist. Ein paar simple Marketinggrundsätze eigentlich – aber doch so selten gesehen. Dieses Verständnis für Marketing zeigt sich auch auf einer zufällig ausgewählten Stellenanzeige, gesehen auf mediziner-gesucht.de:

Ich zitiere: „Wir bieten Ihnen familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. Ein Zuschuss zur Kinderbetreuung ist für uns selbsverständlich! Zu unseren Standards gehören neben einer leistungsgerechten Bezahlung analog Marburger Bund/VKA, ein unbefristeter Vertrag und klare Dienstzeiten. Sprechen Sie mit uns und lassen Sie sich durch ein angenehmes Arbeitsklima, Sozialleistungen und moderne Arbeits- und Dienstzeitmodelle, die bei uns auch die „Assis“ miterarbeiten, überzeugen.“ Kommt doch einfach gut an, oder? Da könnte sich so manch ein Arbeitgeber eine Scheibe abschneiden. Ich schätze mal, dass bei rund 70 % aller Stellenangebote Hinweise darauf, was das Unternehmen zu bieten hat, fehlen.

Also, ich bleibe auch 2013 defnitiv an dieser spannenden Branche dran.

Auf Wiederlesen und bis morgen – dann mit dem unangefochtenen Platz 1 meiner Jahreshitparade.