Immer mehr Unternehmen erkennen die Chancen, die heute in der Gestaltung von Online-Stellenanzeigen möglich sind. Google Maps, Videos, Chatfunktionen und andere Features erhöhen die Candidate Experience. In der Schweiz geht der Sensorhersteller Sensirion mit einem neuen, gelungenen Beispiel an den Start.

Erst gerade „volljährig“ geworden, ist die 1998 gegründete Sensirion bereits einer der weltweit wichtigsten Hersteller von hochwertigen Sensoren zur Messung von Feuchte-, Gas- und Flüssigkeitsdurchflüssen. Jährliche Wachstumsraten von 20% sind die Regel, nicht die Ausnahme. Entsprechend gross ist der Personalbedarf des Unternehmens mit Sitz in Stäfa am schönen Zürichsee.

Jetzt hat das Team um Constanze Haibach, bei Sensirion für Recruiting und Employer Branding zuständig, die Stelleninserate neu gestaltet und ein interessantes Feature eingebaut: Mitarbeitende – manchmal auch Vorgesetzte – die ihren künftigen Teamkollegen gleich selber erzählen, welche Aufgaben auf sie warten.

Das ist nicht einfach nice to have, im Gegenteil: Die Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen gehören zu den wichtigsten Aspekten bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers. Diese somit schon in die Personalwerbung einzubauen, ist nicht nur charmant, sondern auch sinnvoll.

 

 

Neue Stelleninserate mit Informationen und Emotionen

In die neuen Stelleninserate wurde eine ganze Menge an Informationen eingepackt. Zu den wichtigsten Arbeitgebervorteilen wurden sieben Videos produziert, die je nach Stelle bzw. Zielgruppe in den Header der Anzeige integriert ist. So erzählt zum Beispiel ICT-Engineer Marino Lauber davon, wie wichtig ihm Spielraum für Kreativität ist – bei seinem Hobby, dem Kochen, genauso wie im Job bei Sensirion.

Sympathisch. So richtig differenziert sich Sensirion aber bei der Beschreibung der Aufgaben. Die werden wie hier bei diesem Beispiel kurz angeteasert – die Details erzählt dann der künftige Arbeitskollege, in Ausnahmefällen auch der Chef selber.

 

Noch persönlicher wäre es, wenn der künftige Arbeitskollege so wie im Video auch mit ganzem Namen hinstehen würde. Aber wollen wir mal nicht das Haar in der Suppe suchen.

Nachgefragt

Die Idee ist toll und zum Abschauen schön. Ich habe Constanze Haibach noch ein paar Details entlockt.

Constanze, wie seid Ihr auf diese Idee gekommen?

Constanze Haibach: „Dass die Zukunft in interaktiven Stellenanzeigen liegt, war uns klar, wir wollten uns aber von den bisherigen abheben. Auf Recruitingmessen werden wir immerwieder von Studenten gefragt, was denn eigentlich die Aufagben eines R&D Engineers, eines Sales Specialisten oder Process Engineers sind. Dies haben wir aufgegriffen und damit entstand die Idee, dass wir die Aufgaben in der Stellenanzeige beschreiben. Damit das Ganze persönlich wird, nehmen wir Kollegen aus dem Team und lassen sie erzählen.“

Ihr macht also für jedes Inserat einen individuellen Text von einem der künftigen Arbeitskollegen oder einer der künftigen Arbeitskolleginnen?

Constanze Haibach: „Dem ist so, die Texte sind individuell für das jeweilige Team. Sollten wir nun in dem Team wenige Monate später wieder eine offene Stelle haben, dann nehmen wir nochmals die gleiche Ausschreibung, sofern der entsprechende Kollege noch im Team ist. Bisher gab es aber noch keine Wiederholung.“

Und machen die Leute mit? War es schwierig, sie zum Mitmachen zu überzeugen?

Constanze Haibach: „Die meisten der Kollegen machen mit, ich schätze so um die 95%. Überzeugungsarbeit müssen wir keine leisten, die  Kollegen stehen dem Ganzen sehr positiv gegenüber.“

Texten die künftigen Arbeitskollegen selber?

Constanze Haibach: „Das Texten erfolgt durch das Recruitingteam. Wir führen davor ein kurzes Interiew mit den Kollegen und fassen dann ihre Aussagen zusammen.“

Und die Fotos macht Ihr ganz einfach mit dem Smartphone?

Constanze Haibach: „Ja, die Fotos sind mit dem Smartphone gemacht. Wir haben uns bewusst hier gegen Profifotos vom Fotografen entscheiden – zum einen, um einen invividuellen und persönlichen Charakter zu bekommen, aber auch um schneller zu sein. Die Anzeigen sollten in 2-3 Tagen geschaltet sein.“

Wie sind die ersten Rückmeldungen?

Constanze Haibach: „Erste Rückmeldungen von Bewerbern waren sehr positiv, eben auch, weil sie sehen, welche konkreten Aufgaben sie erwarten. Auch intern kamen die Anzeigen bei den Kollegeinnen und Kollegen gut an.

Vielen Dank, liebe Constanze, und weiterhin viel Erfolg.

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