Bevor Chatbots, Robot-Recruiting und Künstliche Intelligenz in und durch die Personalmarketing-Gassen gejagt wurden, war Storytelling eines der Themen in der Diskussion rund um die Personalwerbung. Aus meiner Sicht zurecht, denn Geschichten machen seit jeher trockene Fakten lebendig. Wer Geschichten erzählen kann, dem hört man gerne zu. Soweit so gut und nachvollziehbar.

Fast ein wenig amüsant war die Beobachtung, dass mancherorts so getan wurde, als wäre dies nun komplett neu und noch nie dagewesen. Das ist natürlich mitnichten so.

Das Sanatorium Kilchberg bei Zürich ist eine Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Seit 150 Jahren steht das Sanatorium für innovative Behandlungen und Therapien, die ihrer Zeit manchmal um einiges voraus sind. Auch in anderen Bereichen geht das Unternehmen neue, frechmutige Wege. So spielt der Schweizer Slampoet Valerio Moser eine wichtige Rolle im Arbeitgeberauftritt der Klinik, hier zu sehen in der Version mit deutschen Untertiteln.

Storytelling vom Allerfeinsten – made ca. 1967

Dieses Jahr feiert das Unternehmen sein 150-jähriges Bestehen. Für die Jubiläumschronik wurde tief gegraben. Tief unten in einem seit Jahrzehnten unbeachteten Kellergewölbe (war sicher ganz anders, aber mir gefällt die Vorstellung) förderten die Chroniker dieses wunderbare Fundstück zu Tage:


 

 

Dieses Inserat, vermutlich um 1967 verwendet, zeigt, dass Storytelling im Personalmarketingkontext nicht neu ist. Und es zeigt fast ein wenig schmerzhaft, dass sich die Stelleninserate in den letzten 50 Jahren inhaltlich eher zurückentwickelt haben. Das Inserat besticht in verschiedener Hinsicht:

  • Persönliche Ansprache
  • Sinnhaftigkeit hervorheben
  • Persönlichen Nutzen zeigen
  • Konkrete Informationen und Benefits

 

Diese Punkte könnten heute noch eins zu eins für die „Checkliste des guten Stelleninserates“ herangezogen werden.

Fasziniert bin ich vor allem auch vom Textcharme, einem komplett vernachlässigten Genre in der Personalwerbung. Wörter bzw. Textpassen wie „prachtvoll gelegen„, „ein persönliches Rendezvous vereinbaren“ oder auch „eine dankbare Aufgabe“ klingen wie Musik in meinen Ohren. Da sitzt jedes Wort, da ist das Lesen ein Hochgenuss. Dieses Inserat entlarvt die „copy-paste-Sprache“ der heutigen Inserate mit links.

Grossartig!

Zum Schluss noch etwas in eigener Sache: Auf Artikel wie diesen weise ich immer mal wieder auch über meinen Instagram-Account hin. Dort poste ich Bilder von Interessantem und Skurrilen rund um die Werbung und natürlich speziell aus der Welt der Personalwerbung. In dieser Welt gibt es so viel Spannendes zu entdecken, dass man sich manchmal fast schon klonen möchte. Weil das echt hilfreich wäre, habe ich genau das getan! Mein Alter Ego Bucki hilft mir, möglichst nichts zu verpassen und ab und an postet auch er Bilder aus der Welt der Personalwerbung und unterstützt mich so. Das sieht dann so aus:

 

 

Aber eben: Am besten Folgen sie meinem alten Ego Bucki und mir auf meinem Instagram-Kanal.

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