We are amused! Diese Woche bieten die VBZ niemandem Geringeren als Prinz Charles eines der Zürcher Tramcockpits an. Wobei das natürlich nicht ganz stimmt: Weil bei den VBZ Alle die selben Chancen haben, müsste sich der britische Thronfolger natürlich auch dem strengen Auswahlverfahren stellen. Was, oder besser gesagt, wer steckt dahinter?

Charles und die Queen

Ich habe habe es mir für einmal ganz einfach gemacht und Markus Ruf gefragt.

Markus Ruf ist Creative Director und Mitinhaber der Werbeagentur Ruf Lanz, die seit über 10 Jahren für die pointierten VBZ-Werbekampagnen verantwortlich zeichnet. Er ist standesgemäss mit dem Tram zum Interview vorgefahren:

Markus Ruf, geben Sie es zu: Sie sind ein Royalist.

„Wie kommen Sie denn auf diese verwegene Idee?“

Weil Sie mit dem Sujet von Charles und der Queen schon zum zweiten Mal das englische Königshaus für die VBZ werben lassen.

„Das stimmt. Statistisch fallen die zwei Sujets mit den Royals allerdings kaum ins Gewicht, weil wir bisher über 100 Werbe-Auftritte für die VBZ realisieren durften. Das erste Mal nutzten wir die Traumhochzeit von Kate und William. Zu diesem weltweit gehypten Anlass wurde eine Doppel-Briefmarke herausgegeben, auf der Kate viel weniger wert war als William. Mit dieser Marke haben wir pointiert darauf hingewiesen, dass bei den VBZ die Leistung von Männern und Frauen genau gleich viel wert ist.“

Warum nun Charles und seine Mutter?

„Das 60. Thronjubiläum der Queen im Juni hat aller Welt vor Augen geführt, wie putzmunter die 86-jährige Monarchin noch immer ist. Prinz Charles wird sich wohl noch lange gedulden müssen, bis er das Steuer in England übernehmen darf. Da kam uns die Idee, ihm augenzwinkernd einen Job als Tramchauffeur in Zürich anzubieten. Zudem gilt Charles als Öko-Prinz, angeblich liess er sogar die Klospülungen in seinen Schlössern auf Regenwasser umstellen – ein Job im umweltschonenden ÖV käme seiner grünen Ader entgegen.“

Ihre Agentur Ruf Lanz ist nun schon seit Jahren verantwortlich für viele tolle VBZ-Kampagnen, gerade auch für Tramfahrer/innen. Könnten Sie sich vorstellen, selber ins Tramcockpit zu steigen?

„Nein. Ich habe einst über 70 Fahrstunden gebraucht, bis ich die Autoprüfung schaffte. Mit der horrenden Rechnung meines Fahrlehrers habe ich sogar mal ein Fachpresse-Inserat für die VBZ gemacht, mit der Auflösung: Umsteigen lohnt sich. Ich glaube nicht, dass ich im Tram weniger Fahrstunden brauchen würde. Im Gegenteil: der Verkehr hat ja massiv zugenommen und ist heute noch viel anspruchsvoller als damals. Da mache ich es lieber wie 900’000 andere Menschen pro Tag in Zürich – und lasse mich von den VBZ chauffieren.“

Die VBZ gehören in ihrer Branche sicher zu den innovativeren und experimentierfreudigeren Kunden. Trotzdem gab es in den vergangenen Jahren bestimmt einige kreative Ideen, die dann von den VBZ nicht übernommen wurden. Welche Idee hätten Sie liebend gerne umgesetzt?

„Die VBZ haben tatsächlich früh erkannt: Wer in der ganzen Reizüberflutung nicht kreativ überrascht, wird auch nicht wahrgenommen. Und kann folglich auch nichts bewegen. Dennoch können natürlich längst nicht alle Ideen umgesetzt werden. Auf der Strecke geblieben ist unter anderen das Sujet „Usain Bolt“. Der schnellste Mann der Welt fuhr ganz relaxt mit dem Tram ans Meeting „Weltklasse Zürich“. Und wurde dabei von einem Fahrgast fotografiert. Leider war das Meeting schon vorbei, als das Bild in unsere Hände gelangte.“

Markus Ruf, herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Inserate mit Prinz Charles erscheinen noch diese Woche in ausgewählten Zürcher Medien. Die Verkehrsbetriebe Zürich beschäftigen über 600 Tramführerinnen und Tramführer und suchen in den nächsten Wochen für die Ausbildungskurse im nächsten Halbjahr 24 neue Arbeitskolleginnen und -kollegen. Mehr dazu in Kürze im HR Today, dem Schweizer Human Resource Magazin. Das von Markus Ruf erwähnte Inserat mit der Hochzeitsbriefmarke von Kate und William möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

So, genug Royals für heute. Am Freitag beschliesst Tinka, die Tramführerin in unserem wöchentlichen Comic-Strip die königliche Woche – lassen Sie sich überraschen. Soviel vorab: Tinka wird doch tatsä… Ach was, schauen Sie einfach am Freitag auf der Facebookseite des VBZ Personalmanagements vorbei. Auf Wiederlesen.