Zugegeben, die Printmedien leiden unter dem Inserateschwund. Die einstigen Goldgruben sind vom Internet zugeschüttet worden. Das ist der Lauf der (Internet-) Zeit. Längst verdienen die Verlage (wie zum Beispiel Tamedia und Ringier mit jobs.ch) in der Schweiz richtig gutes Geld mit den digitalen Stellenanzeigen. Es gibt also kein Grund, aus „Mitgefühl“ unnütze Printinserate zu schalten. Trotzdem scheint bei einigen Firmen und Behörden noch immer Geld genau dafür vorhanden zu sein.

Etwas muss man ja einigen Personalern lassen: Sie handeln bisweilen durchaus gegen den Trend. So staunte ich dieses Wochenende bei der Lektüre des samstäglichen Tages-Anzeigers nicht schlecht. Zuerst las ich vom alljährlichen vorweihnachtlichen Budgetritual im Gemeinderat der Stadt Zürich. Da wurden hier an paar Franken abgezwackt und dort ein paar Tausender dem Rotstift geopfert. Alles im Rahmen und vor allem business as usual. Gespart wurde in homöopathischen Dosen, wie die NZZ süffisant anmerkte. 

Einen ganz simplen Sparvorschlag entdeckte ich dann ein paar Seiten weiter, im hartgesottenen Grüppchen der verbliebenen Printinserate. Ich traute meinen Augen kaum: Da sucht das Sozialdepartement der Stadt Zürich im exklusiven Kaderstellenmarkt eine Sachbearbeiterin oder einen Sachbearbeiter. Kostenpunkt für das Inserat: Mehrere tausend Franken.

 

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Das wäre also eine wunderbare erste Sparmassnahme für das städtische Budget. Mein Tipp:

 

Mit dem RAV zusammenarbeiten und Job-Suchmaschinen gezielt nutzen

Für die Besetzung relativ einfach zu besetzender Stellen mit vielen zu erwartenden Bewerbungen wie zum Beispiel eben kaufmännischen Jobs empfiehlt sich eine frühzeitige und enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt (RAV). In der Stadt Zürich sind mit Stand November 2016 11’107 Stellensuchende gemeldet, darunter bestimmt auch viele aus dem kaufmännischen Bereich. Ich bin mir sicher, dass darunter nicht wenige gut geeignete Kandidatinnen und Kandidaten sind (ausserdem könnte so erst noch die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative mit der Meldepflicht geübt werden, aber das ist ja wiederum ein anderes Thema).

Anschliessend oder allenfalls parallel dazu empfiehlt sich die Ausschreibung der Stelle auf der eigenen Webseite. Meist generiert das ausreichend Bewerbungen, gerade bei bekannten und grossen Arbeitgebern wie im aktuellen Beispiel der Stadt Zürich. Und genau hier kommen zusätzlich die grossen Job-Suchmaschinen wie jobscout24.ch, indeed.ch oder wie hier im Bild 100000jobs.ch ins Spiel.

 

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Hier findet sich das online-Inserat wieder – gratis und franko, wie man so schön sagt. Und das alles im Corporate Design des Unternehmens – Recruiterherz, was willst Du mehr?

Jobsuchmaschinen publizieren die Stelleninserate vollautomatisch und kostenlos auf ihren Plattformen. Die Recruiter müssen also schlicht und einfach nichts tun und abwarten. Immer mehr Firmen nutzen diese günstige Form der Personalsuche.

 

Zusammenfassung für alle, die ihre Rekrutierungsbatzen wirklich sinnvoll einsetzen wollen
  1. Mit dem RAV (Arbeitsamt) zusammenarbeiten, vor allem bei Stellen mit wenig Nachfragemangel
  2. Die Stelle mit einem richtig guten und aussagekräftigen Inserat auf der eigenen Homepage ausschreiben
  3. Die Multiplikatorenfunktion der grossen Jobsuchmaschinen nutzen und sie vollautomatisch für sich arbeiten lassen
  4. Das Geld für die teuren Printinserate sparen
  5. Allenfalls mit einem Personaldienstleister zusammenarbeiten und auf die vielen dort registrierten Stellensuchenden zurückgreifen – kostet etwas, ist aber immer noch sinnvoller als langweilige, teure Printinserate

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